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Autoverleiher gibt’s wie Sand am Mittelmeer. Allerdings sind die Preise reichlich gepfeffert, die im BWL-Studium gelehrte Theorie, daß sich der Preis aus Angebot und Nachfrage zusammensetzt, ist für den Touristen-PKW-Sektor auf Kreta definitiv nicht gültig. In der Hoffnung, preiswert wegzukommen, hab ich im Vorfeld im WWW recherchiert und bin hierbei auf die in der Nähe von Iraklio in Gouves ansässige Firma MotorStar gestoßen (2009 Update: Firma gibt es offenbar nicht mehr). Hier gab es für Internetbuchungen 25% Rabatt. Allerdings nur auf den Netto-Grundpreis. Die nötigen Versicherungen zahlt man voll und dann auf das Ganze die Märchensteuer. Dennoch hat Jürgen von CAMMEL mir bestätigt, das der Endpreis von ca. 550 DM für 10 Tage inklusive Reifen- und Unterbodenversicherung sowie Vollkasko ohne Selbstbehalt und 20 DM VISA-Card-Gebühren ein echtes Schnäppchen für einen offenen Twingo darstellt. Der Liefer- und Abholservice (immerhin 70 km einfache Entfernung) ist kostenlos. 24-Stunden-Service auch. Und nötig. Einen Tag vor Vertragsbeginn wurde das Auto nachts um 11 ans Hotel geliefert, kurze Einweisung und gut. Am nächsten Tag dann in die Berge. Abends beim Abstellen bemerke ich, daß zu wenig Luft auf einem Rad ist und fahre an die Tankstelle zum Aufpumpen. Dabei hab ich gleich alle Räder kontrolliert und festgestellt, daß am linken Hinterrad nicht nur die Felge viereckig zerbeult war, sondern die Reifenwand eine Blase nebst Riß aufwies. Rückruf beim Verleiher: Mach den Reservereifen drauf und komm bei Gelegenheit vorbei. Na, ok. Mach ich morgen früh als erstes denk ich, hab aber nicht mit dem Teufel gerechnet, welcher statt im Detail im Kalender steckte. Sonntag. Tankstellen fast alle geschlossen. Mit dem Blasenreifen die 50 km nach Iraklio gefahren (Wir wollten eh nach Knossos) und an einer zufällig offenen Tanke, die zufällig auch einen Luftschlauch besaß, das Rad gewechselt. Nach dem Knossosbesuch sind wir dann nach Gouves gefahren, um ein neues Ersatzrad zu holen - nur hatten wir keine Ahnung, wo die Firma ihr Büro hat. Kurze Runde durch den Ort - ab nach Hause. Nächster Tag: Startversuch: Nix, Batterie leer. Hier kam wieder die Hilfsbereitschaft des Hotelbesitzers zum Zuge: "Ich hab kein Starthilfekabel, ruf beim Verleiher an." Alles. Nun, der Verleiher sitzt 70 km weg und wir wollten noch auf Tour. War mir also zu blöd. Fix zur nächsten Verleihstation (zufällig lernten wir jetzt Jürgen von CAMMEL kennen), der uns anbot, die Batterie zu laden. Leider fehlte der entscheidende 7er-Schlüssel zum Batterieausbau. Kein Problem, Jürgen kam mit Kabeltrommel und Ladegerät ans Hotel. 10 Minuten Palaver, bis ihm die Nutzung einer Steckdose gestattet wurde (Stichwort Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft im Hotel ZOI).

Geschafft. Eine Stunde Laden sollte zum Starten reichen (anrollen ging wegen der Geländeverhältnisse nicht). Aber nein, alle 5 Minuten (!) fragte der Hausdrachen des Hotels, wie lange das noch dauere. Nach 30 Minuten war es uns zu bunt. Stecker raus, Schlüssel rum - wrrumm. Und jetzt bloß nicht ausgehen lassen. OK, der Tag war gerettet, die Tour konnte losgehen. Unterwegs zwei Zwischenstops. Scheinbar hat die Batterie wieder Saft. Am Abend hab ich in weiser Voraussicht das Auto so geparkt, daß im Notfall ein Anrollen möglich ist. Zum Glück. Am nächsten Morgen sagte der Anlasser: Klick. Jetzt Anruf bei MotoStar, ich will ne neue Batterie. Alles klar, abends um 11 kommt die Batterie und ein neues Reserverad. Hm, was mach ich mit dem Tag? Anrollen und unterwegs nur Hangparkplätze. Jawoll - funktionierte. Der Tag war gerettet. Die Batterie wurde dann am Abend ausgetauscht und ein neues Rad kam auch in den Kofferraum. Um es kurz zu machen: Das Auto war billig, dafür ziemlich abgenutzt. Aber die Maschine und die Bremsen waren in Ordnung. Der Service aufgrund der Entfernung auch noch annehmbar. Wenn Ihr Euch für ein MotorStar-Auto entscheidet - laßt es nicht im Dunkeln liefern ;-)


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Kreta 2000 - ein Reisebericht · Donnerstag 17. Mai 2012 · Impressum